Texte & Veranstaltungen gegen den “Veteranentag”

2. April 2025 : Veranstaltung zum Stand gegen den Veteranentag am 15. Juni 2025!

Im Fischladen in der Rigaer Straße 83 in Berlin/Friedrichshain

– ab 20 Uhr Michelin Küfa (vegan)
– ab 21 Uhr Vortrag gegen den “Veteranentag” am 15. Juni 2025

Aufruf zur Unterstützung antimilitaristischer Aktivitäten

Am 15. Juni will die Bundeswehr und die Politik einen nationalen „Veteranentag“ am Reichstag veranstalten. Der ganze größenwahnsinnige Quatsch zu Ehren aller (!) 10 Millionen deutscher Soldat*innen, die in der Armee waren oder noch sind. Die zentrale Feier wird propagandistisch am Reichstag zu einem Familienfest aufgeblasen und versucht sich möglichst volksnah zu geben. Der ganze Aufwand – mit großer medialer Begleitung – dient natürlich nur dazu auch hierzulande die Militarisierung der Gesellschaft weiter voranzubringen. Kriegstüchtig soll nicht nur die Armee, sondern das ganze Land werden. Kurz mal 400 Milliarden für diesen Zweck werden auf den Kopf gehauen. Knete, die aus dem sozialen Bereichen abgezogen wird. Grund genug wütend zu werden.

Uns geht’s nun darum der Bundeswehr am 15.6. massiv auf die Pelle zu rücken und zu zeigen: Wir werden Soldaten niemals akzeptieren. Sie sind zum Morden ausgebildete Menschen – überall auf der Welt. Wir wollen gegen jedes Militär klare Kante zeigen. Und gegen die Wehrpflicht. Veteran*innen, die sich gegen Krieg und Patriarchat aussprechen und Deserteure aus aller Welt sind uns hingegen sehr willkommen.

Nun organisiert sich so ein wildes Gegenevent nicht von alleine. Wir brauchen Unterstützung und Mitwirkung schon im Vorfeld, damit es auch was wird. Also geben wir nach dem leckeren Essen im Fischladen (20.00 Uhr) um 21.00 Uhr einen Überblick über den Veteranentag und den Stand der Vorbereitung dagegen, auch um noch einzusteigen zu können. Es wäre großartig uns bei der Orga unter die Arme zu greifen. Wir finden ein Bündnis mit u.a. queer-feministischen, anarchistischen, antifaschistischen Gruppen super, die wie wir, kein Bock auf Kriegsbefürworter*innen, Militarisierung und Patriarchat haben. Denn davon gibt es sogar in der Linken leider einige, die sich ein Friedensmäntelchen umhängen, aber die eine oder andere Seite der Kriegsmobilisierungen unterstützen. Wir halten nichts von Machtpolitik. Dadurch werden Kriege gefüttert, nicht verhindert. Uns geht es um die Menschen auf allen Seiten eines Konfliktes, die gegeneinander aufgehetzt werden. Die Zeche zahlen nie die Reichen oder die Generäle, egal mit welcher Nationalfahne sie wedeln. Ein Antimilitarismus, der grundsätzlich gegen jedes Militär ist, hat es immer noch schwer in diesem Land – deshalb müssen wir Menschen und Gruppen, die unseren politischen Ansatz gut und richtig finden, bitten einzusteigen und mitzumachen.

Kommt in den Fischladen und lauscht unserem Vorschlag!

Anschließend mit Diskussion, wenn gewünscht.

+++++++++++++

Köln / Münster: Diskussionsveranstaltung zur Mobilisierung gegen jeden Krieg & jedes Militär und den Veteranentag

In Köln findet die Veranstaltung im SSK statt (27.3) und in Münster wird die Veranstaltung (28.3) von der Zeitschrift “Graswurzelrevolution” und der Antimilitaristische Aktion Münster organisiert.

Die Geschwindigkeit der Militarisierung ist atemberaubend. Im Bundestag wurde beschlossen, mindestens weitere 400 Milliarden Euro für Bundeswehr, Militarisierung und Krieg auszugeben.

Wie kommen wir vor die kommenden Kriege? Und was ist geplant zu dem Veteranentag? Eine queere, feministische und antimilitaristische Analyse von Krieg und Militarisierung mit einer Prise Anarchismus zu würzen, um zur sozialen Revolution zu schreiten – darum geht es uns. Und der Bundeswehr auf die Pelle zu rücken. Denn der nationale Veteranentag am 15.6., der vorgibt für 10 Millionen ehemalige und aktive Soldaten zu sprechen bettelt förmlich darum thematisiert, behindert und gestört zu werden. Macht mit, steigt ein.

Wir glauben viele Menschen haben die Schnauze voll von den verschiedensten Befürworter*innen von Krieg die sich ein Friedensmäntelchen umgehängt haben. Prorussische, wie proukrainische Positionen stehen Position wie “Gegen jeden Krieg – gegen jedes Militär – überall” diametral entgegen. Jenseits nationalistischer und patriarchaler Kriegslogik und -rhetorik sehen wir eine Menge Potential für neue kreative Bündnisse und wollen das mit Euch ausloten.

Im Bundestag wurde im März 2025 beschlossen, mindestens weitere 400 Milliarden Euro für Bundeswehr, Militarisierung und Krieg auszugeben. Am 15. Juni soll mit dem „Veteranentag“ (1) ein weiterer Meilenstein zur Re-Militarisierung der Gesellschaft gesetzt werden. Die Wiedereinführung eines Kriegsdienstzwangs („Wehrpflicht“) wird von Politiker*innen fast aller Parteien gefordert. Die „soldatischen Tugenden“ von Befehl und Gehorsam und der Bereitschaft zu morden oder sich ermorden zu lassen sollen wieder fest auch in der deutschen Gesellschaft verankert werden. Soldaten sollen wir als was ganz normales in unserem Leben akzeptieren. Wir sollen vergessen, das jeder Soldat ein Mörder ist, und das Krieg und Militär grundsätzlich ein Verbrechen ist. Wir sollen akzeptieren, das Menschen (meist Männer) in unterschiedlichen Uniformen aufeinander schießen, aufgehetzt von patriotischen Politikern auf allen Seiten der Front und verheizt werden von deren Generälen. Meist für ökonomische Interessen, die nie die unseren sind.
Wir wenden und an alle, die einen Grund haben Militär Scheiße zu finden. An alle, die vor Krieg, Gewalt und Vergewaltigung geflohen sind und an alle, die eine rechte, faschistische Mobilisierung als lebensgefährlich wahrnehmen. An alle queeren, transidenten Menschen, die tagtäglich einer Gewalt ausgesetzt sind, die ihren Ursprung in einer toxischen Männlichkeit hat. An alle Frauen*, die sich tagtäglich patriarchaler Gewalt erwehren. An alle Männer, die darüber kotzen, was andere Männer in ihren Namen täglich anrichten. Wir sind viele und wir sind wütend! Denn Militär und Patriarchat ist eng verknüpft miteinander. Vergewaltigung und patriarchale Gewalt ist nicht umsonst eine Kriegswaffe – in Friedens- wie in Kriegszeiten.

Ein kurzer Input zum Zusammenhang von Militär und Patriarchat macht den Anfang mit der Antwort auf die Frage “Wie kommen wir in die Initiative” (2) Dann beschäftigt sich der Beitrag mit der Geschichte von Veteranen und auch dem Widerstand gegen Krieg innerhalb des Militärs. Und vor allem wird es um den Stand der Mobiliserung gegen den Veteranentag gehen. Wir wollen dann über die drei Inputs direkt in die Diskussion mit Euch kommen.

Und wenn wir noch Kapzitäten haben, wollen wir auch die Möglichkeit der Zusammenkunft nutzen, um über die allgemeinere politischen Entwicklungen zu reden und über weitere Perspektiven von Widerstand diskutieren.

KÖLN : 27. März 2025 um 19.00 Uhr / SSK-Salierring 37, 50677 Köln
MÜNSTER: 28. März 2025 um 19.00 Uhr / ESG-Aula, Breul 43, Münster

+++++++++++++

Mobi-Artikel gegen den Veteranentag am 15. Juni 2025 in der GraswurzelRevolution und im Autonomen Blättchen

GraswurzelRevolution vom Februar 2025: Mobilisierung gegen den Veteranentag! – Gegen jeden Krieg. gegen den Veteranentag,gegen jede Wehrpflicht in allen Ländern – Artikel als jpg-Datei / pdf-Datei

Autonomes Blättchen # 59 Dez 24 – Feb 25: Aufruf zu bundesweiten Aktionen – Artikel als pdf-Datei

+++++++++++++

17.3. Gegen jeden Krieg – Gegen jedes Militär – MOBILISIERUNG GEGEN DEN VETERANENTAG!

Montag 17.3.2025 um 19.00 Uhr, Bethanien (New York) Südflügel, Mariannenplatz, Berlin-Kreuzberg
Am 15.6.2025 soll der Veteranentag als staatspolitisches Ereignis am Reichstag veranstaltet werden. Veteranen sind alle deutsche Soldat*innen, die in der Bundeswehr „gedient“ haben. Dieser militaristische Scheiß reiht sich ein in eine wachsende Militarisierung in vielen Ländern. Um „kriegstüchtig“ zu werden, sollen und werden die Menschen fit gemacht für laufende und kommende Kriege. Da halten wir selbstverständlich dagegen. Machst Du mit?

Die „soldatischen Tugenden“ von Befehl und Gehorsam und der Bereitschaft zu morden oder sich ermorden zu lassen sollen wieder fest in der deutschen Gesellschaft verankert werden. Soldaten sollen wir als was ganz normales in unserem Leben akzeptieren. Wir sollen vergessen, das jeder Soldat ein Mörder ist, und das Krieg und Militär grundsätzlich Scheiße ist. Wir sollen akzeptieren, das Menschen (meist Männer) in unterschiedlichen Uniformen aufeinander schießen, aufgehetzt von patriotischen Politikern oder religiösen Fundamentalisten und verheizt werden von deren Generälen. Meist für ökonomische und ideologische Interessen, die nie die unseren sind.
Wir wenden und an alle die einen Grund haben Militär Scheiße zu finden. An alle, die vor Krieg, Gewalt und Vergewaltigung geflohen sind und die eine rechte, faschistische Mobilisierung als lebensgefährlich wahrnehmen. An alle queeren, transidenten Menschen, die tagtäglich einer Gewalt ausgesetzt sind, die ihren Ursprung in einer toxischen Männlichkeit hat. An alle Männer, die darüber kotzen, was andere Männer in ihren Namen täglich anrichten. An alle Frauen, die sich tagtäglich patriarchaler Gewalt erwehren.
Denn Militär und Patriarchat ist eng verknüpft miteinander. Vergewaltigung und patriarchale Gewalt ist nicht umsonst eine Kriegswaffe – in Friedens- wie in Kriegszeiten.

Diesem als Familienfest getarnte Veranstaltung mit Veteranen und Soldat*innen in Uniform am Reichstag wollen wir einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen. Für uns ist der Kampf gegen den Veteranentag ein weiterer Schritt um mit vielen unterschiedlichen Menschen in neue Bündnisse gegen jeden Krieg und jedes Militär zu kommen. Wir überlegen, wie wir den ganzen Rummel begegnen wollen. Machst Du mit? Wir wollen stattdessen Betroffenen aus Kriegsgebieten eine Bühne und Stimme geben. Ebenso Deserteuren und Militärdienstverweiger*innen aus allen Ländern der Welt.

Macht mit und steigt ein!

Info- & Mobilisierungsveranstaltung : Montag 17.3.2025 um 19.00 Uhr, Bethanien (New York) Südflügel, Mariannenplatz, Berlin-Kreuzberg

+++++++++++++

„Gegen jeden Krieg, gegen den Veteranentag, gegen jede Wehrpflicht in allen Ländern“ – Aufruf zu bundesweiten Aktionen

Auf Geheiß der Bundesregierung wurde der 15. Juni zum Veteranentag erklärt. Zu diesem Anlass sollen 2025 erstmalig bundesweit Veranstaltungen stattfinden. Die zentrale Veranstaltung wird an diesem Tag in Berlin stattfinden. Bundesweit (!) ist an diesem Tag an vielen öffentlichen Plätzen in Städten und Gemeinden mit einem erhöhten Militäraufkommen oder offiziellen Zusammenkünften aus Politik und Militär zu rechnen.

Sinn und Zweck dieses Tages soll es sein, aktive und ehemalige Soldat*innen aus ihrer gesellschaftlichen Randlage in den Schützengräben in spe zu holen. Damit soll ihre bislang konsequenzlos gebliebene Bereitschaft, im Namen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu morden und ermordet zu werden, eine würdevolle Anerkennung zu teil werden. Darüber hinaus aber geht es mit dem Veteranentag darum eine ideologische Mobilisierung der Gesellschaft hin zu einer „kriegsfähigen“ Gesellschaft voranzutreiben und vorzubereiten.

Wir erwarten einen militaristischen Staatsakt hinter Hamburger Gittern vor geladenen Gästen und großer medialer Reichweite. Dass bei solchen Gelegenheiten die Öffentlichkeit – eben diejenige Öffentlichkeit, für deren Begeisterung das Theater veranstaltet wird – defakto ausgeschlossen sein wird, ist Teil des Spieles.

Eben dieses Spieles, das spätestens mit dem russischen Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 für eine gesellschaftliche Polarisierung gesorgt hat, wie schon lange nicht mehr. Mit dem Beginn des Ukraine Krieges – und aktuell mit dem Krieg in Nahost – ist das Freund-Feind-Schema zum dominanten Muster geworden, nach dem die Welt zurechtgelegt wird. Und diesmal nicht nur in und aus der Perspektive der Herrschenden. Sondern auch in den Herzen und Köpfen vieler, die sich angesichts der Grausamkeit der Kriege dazu genötigt sehen, sich entweder für die eine oder andere Seite, für die eine oder andere Kriegspartei zu entscheiden. Dass sie dabei selbst Kriegspartei werden, scheinen sie nicht zu sehen oder nicht sehen zu wollen. Auch und vor allem dass diejenigen, die es besser wissen oder sogar besser wissen sollten, nun in das Kriegsgetöse mit einfallen und wahlweise eine Seite der Kriegsparteien passiv oder aktiv unterstützen oder die andere dämonisieren, stärkt Kriegslogiken und schwächt einen radikalen Antimilitarismus.

Im Nebel des Krieges und seinen Polarisierungen ist es schwer, nicht verschollen zu gehen, den klaren Blick zu bewahren und vor allem nicht zu vergessen, dass es in Kriegen keine Gewinner*innen gibt und Kriege nie im Namen der Menschlichkeit geführt werden. Es geht immer um patriarchale, koloniale Ideologien, um Volk, Nation und Rasse, um Grenzen und um wirtschaftliche Interessen oder geopolitisches Machtgeschiebe – in der Regel auf Kosten der Armen und Ausgegrenzten auf beiden Seiten. Schon die Aufrüstung hin zu Kriegen bedeutet Kürzungen in allen sozialen Bereichen.

Wir weisen die Logik von Nationalstaaten zurück und stehen auf keiner Seite von Nationalstaaten und deren Militärs und Milizen. Wir verurteilen jeden einzelnen Mord, jedes Massaker, jede Vergewaltigung, jede Geiselhaft und jeden Landraub – ob durch die Hamas und deren Verbündeten oder der israelischen Armee und deren Verbündeten! Für uns geht es nicht um Landstriche mit willkürlich gezogenen nationalen Grenzen, sondern um die Menschen auf allen Seiten eines jeden Konflikts.

Mit unserem Ansatz „Gegen jeden Krieg, gegen jedes Militär“ stellen wir uns in den Widerspruch zu den prorussischen oder proukrainischen „Friedensdiskursen“ in der (ehemaligen) Linken und den autoritären, fundamentalistisch-religösen Gruppen auf beiden Seiten des Nahost-Krieges. Mit ihnen wird es keine Zusammenarbeit geben.

Unser Anliegen ist es, die kriegerische Zeitenwende und beginnende Erziehung zur Kriegstüchtigkeit seitens der Herrschenden öffentlichkeitswirksam anzugreifen und uns der Kriegspolarisierung zu widersetzen. Und wir denken, dass es viele sind, die diese Kriegspolarisierungen satt haben. Im öffentlichen Diskurs ebenso wie in der (ehemaligen) Linken.

Wir bereiten uns darauf vor, am 15. Juni unsere Position für eine möglichst breite Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Der Veteranentag ist hervorragend dazu geeignet zur Desertion und Verweigerung von Befehlen aufzurufen, sowie die Wehrpflicht anzugreifen, damit keine neuen Veteranen heranwachsen können. Denn es gibt keinen Krieg und kein Militär, wenn niemand mehr hingeht und die Befehlsketten zerstört werden, durch diejenigen, die sie einhalten sollen.

Auch ist es uns wichtig, Gruppen wie der AfD, anderen Nazis, und der Wagenknechtfraktion entgegenzutreten, da sie die Sorgen der Menschen vor kriegerischen Entwicklungen aufgreifen und das Thema „Frieden“ im Sinne ihrer eigenen Machtpolitik vereinnahmen.

Wir werden unsere eigene Position inhaltlich schärfen und freuen uns drauf.

Und wir laden euch herzlichst dazu ein, uns das gleich zu tun. Und radikale antimilitaristische, anarchistische und antipatriarchale Positionen kreativ auf viele unterschiedliche Arten und Weisen an Euren Orten offensiv in die Öffentlichkeit zu tragen.

Unsere zentrale Forderungen sind:
Desertiert! Von der Front, aus den Kasernen!
Überall!
Desertiert von der Vorstellung es gäbe den guten Krieg! Überall!
Wehrpflicht weltweit angreifen und abschaffen. Gegen jedes Militär!
Überall!

Soziale Revolution statt Krieg, Militarismus und Patriarchat!
Überall!

Provisorischer Anarchistischer Antikriegsrat Berlin

Kontakt: antikriegsrat_berlin@riseup.net

+++++++++++++

Einladung zum Bundnistreffen: „Gegen jeden Krieg, gegen den Veteranentag, gegen jede Wehrpflicht in allen Ländern“

Montag 2. Dezember – 19 Uhr im New Yorck im Bethanien – Mariannenplatz 2A – 10997 Berlin

Auf Geheiß der Bundesregierung wurde der 15. Juni zum Veteranentag erklärt. Zu diesem Anlass sollen 2025 erstmalig bundesweit Veranstaltungen stattfinden. Diezentrale Veranstaltung wird in Berlin stattfinden. Sinn und Zweck dieses Tages soll es sein, aktive und ehemalige Soldat*innen aus ihrer gesellschaftlichen Randlage in den Schützengräben in spe zu holen. Damit soll ihre bislang konsequenzlos gebliebene Bereitschaft, im Namen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu morden und ermordet zu werden, eine würdevolle Anerkennung zu teil werden. Darüber hinaus aber geht es mit dem Veteranentag darum eine ideologische Mobilisierung der Gesellschaft hin zu einer „kriegsfähigen“ Gesellschaft voranzutreiben und vorzubereiten.

Wir erwarten einen militaristischen Staatsakt hinter Hamburger Gittern vor geladenen Gästen und großer medialer Reichweite. Dass bei solchen Gelegenheiten die Öffentlichkeit – eben diejenige Öffentlichkeit, für deren Begeisterung das Theater veranstaltet wird – defakto ausgeschlossen sein wird, ist Teil des Spieles.

Eben dieses Spieles, das spätestens mit dem russischen Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 für eine gesellschaftliche Polarisierung gesorgt hat, wie schon lange nicht mehr. Mit dem Beginn des Ukraine Krieges – und aktuell mit dem Krieg in Nahost – ist das Freund-Feind-Schema zum dominanten Muster geworden, nach dem die Welt zurechtgelegt wird. Und diesmal nicht nur in und aus der Perspektive der Herrschenden. Sondern auch in den Herzen und Köpfen vieler, die sich angesichts der Grausamkeit der Kriege dazu genötigt sehen, sich entweder für die eine oder andere Seite, für die eine oder andere Kriegspartei zu entscheiden. Dass sie dabei selbst Kriegspartei werden, scheinen sie nicht zu sehen oder nicht sehen zu wollen. Auch und vor allem dass diejenigen, die es besser wissen oder sogar besser wissen sollten, nun in das Kriegsgetöse mit einfallen und wahlweise eine Seite der Kriegsparteien passiv oder aktiv unterstützen oder die andere dämonisieren, stärkt Kriegslogiken und schwächt einen radikalen Antimilitarismus.

Im Nebel des Krieges und seinen Polarisierungen ist es schwer, nicht verschollen zu gehen, den klaren Blick zu bewahren und vor allem nicht zu vergessen, dass es in Kriegen keine Gewinner*innen gibt und Kriege nie im Namen der Menschlichkeit geführt werden. Es geht immer um patriarchale, koloniale Ideologien: um Volk, Nation und Rasse, um Grenzen und um wirtschaftliche Interessen oder geopolitisches Machtgeschiebe – in der Regel auf Kosten der Armen und Ausgegrenzten auf beiden Seiten. Schon die Aufrüstung hin zu Kriegen bedeutet Kürzungen in allen sozialen Bereichen.

Wir laden die Menschen und Gruppen ein, die sich klar und deutlich gegen jeden Krieg und gegen jedes Militär positionieren wollen. Für uns geht es nicht um Landstriche mit willkürlich gezogenen nationalen Grenzen, sondern um die Menschen auf allen Seiten eines Konflikts. Wir weisen die Logik von Nationalstaaten zurück und stehen auf keiner Seite von Nationalstaaten und deren Militärs und Milizen. Wir verurteilen die Massaker, Vergewaltigungen und Entführungen der Hamas und deren Verbündeten ebenso wie die Massaker der israelischen Armee und deren Verbündeter und den Landraub und die Morde der Siedler in der Westbank.

Wir glauben, dass wir viele sind, die diese Kriegspolarisierungen satt haben. Unser Ziel ist es, erstmal „nur“ 500 bis 1000 Menschen für eine Demo oder Kundgebung zu mobilisieren. Auch wenn das in diesen Zeiten nicht einfach erscheint, wollen wir an diesem Tag so viele Menschen wie möglich werden. Diese Idee, kann bei entsprechender Resonanz im Vorfeld auch überregionalen Charakter bekommen und ausgeweitet werden. Die Zielsetzung und die Möglichkeiten werden von Eurer Beteiligung im Vorfeld abhängen! Vielleicht gelingt es uns auch mit einem tragfähigen Bündnis eine Basis für weitergehende Perspektiven aufzubauen. Wir glauben, dass es schon lange an einer Sichtbarkeit fehlt, die eine radikale antimilitaristische Haltung nach außen trägt und offene Türen einrennen müsste. Mit unserem Ansatz „Gegen jeden Krieg, gegen jedes Militär“ stellen wir uns in den Widerspruch zu den prorussischen oder proukrainischen „Friedensdiskursen“ in der (ehemaligen) Linken und den autoritären, fundamentalistisch-religösen Gruppen auf beiden Seiten des Nahost-Krieges.

Unser Anliegen ist es, die kriegerische Zeitenwende und beginnende Erziehung zur Kriegstüchtigkeit seitens der Herrschenden öffentlichkeitswirksam anzugreifen und zu zeigen, dass es viele Menschen gibt, die sich der Kriegspolarisierung widersetzen.
DerVeteranentag ist hervorragend dazu geeignet, um zu Desertion und Verweigerung von Befehlen aufzurufen, sowiedie Wehrpflicht anzugreifen, damit keine neuen Veteranen heranwachsen können. Denn es gibt keinen Krieg und kein Militär, wenn niemand mehr hingeht und die Befehlsketten zerstört werden, durch diejenigen, die sie einhalten sollen.

Wir werden unsere eigene Position inhaltlich schärfen und freuen uns drauf.
Auch ist es uns wichtig, Gruppen wie der AfD, anderen Nazis, und der Wagenknechtfraktion entgegenzutreten, da sie die Sorgen der Menschen vor kriegerischen Entwicklungen aufgreifen und das Thema „Frieden“, im Sinne ihrer eigenen Machtpolitik vereinnahmen.

Wir wollen auf der Gegendemonstration, wahlweise Kundgebung aber auch kriegsfeindlichen, antimilitaristischen Positionen aus Russland und der Ukraine den Raum freihalten. Auch gibt es die Idee, herauszufinden, ob wir in der Lage sind, einen internationalistischen Veteranenblock ehemaliger Soldat*innen, Deserteur*innen und Militärverweigerer*innen aus aller „Herren“ Länder zu bilden, die unseren Ansatz „Gegen jeden Krieg“ mittragen.
Parteien und hierarchische Organisationen sind Teil des Problems und nicht Teil seiner Lösung, darum werden wir kein Bündnis mit autoritären Gruppen bilden.
Wenn ihr euch also angesprochen fühlt, kommt zu einem ersten Vorbereitungstreffen am 2. Dezember um 19.00 in New Yorck im Bethanien – Mariannenplatz 2A – 10997 Berlin.

Unsere zentrale Forderungen sind:
Desertiert! Von der Front, aus den Kasernen!
Überall!
Von der Vorstellung es gäbe den guten Krieg! Überall!
Wehrpflicht abschaffen. Gegen jedes Militär!
Überall!

Soziale Revolution statt Krieg, Militarismus und Patriarchat!
Überall!